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14. Kulturfenster des Vereins «Kultur am Säntis»

14. Kulturfenster des Vereins «Kultur am Säntis»

Daniel Bösch

(chm)

Kulturfenster 2021 – Wasser ist Leben ist Kultur

Wasser? Was hat denn Wasser mit dem Thema Kultur zu tun? Das 14. Kulturfenster des Vereins Kultur am Säntis vom vergangenen Samstag beleuchtete diese Frage von verschiedenen Seiten.

Das Programm startete mit einem eindrücklichen Referat des Geografen und Glazialmorphologen Otto Keller über die Gletscher im Alpstein, einst vor 24 000 Jahren bis heute. Der ehemalige Prorektor der Pädagogischen Hochschule St.Gallen zeigte anhand aktueller Fotos des Säntis mit Nebelmeer sowie mit Zeichnungen anderer Bergzüge sehr anschaulich, wie sich der Alpstein während der Eiszeit präsentierte – als Insel inmitten eines Eismeeres. Moränenwalle wie die heutige Chammhalde oder sogenannte Trogtäler wie das Meglisalp-Tal sind Zeitzeugen davon.

Christoph Kauz, der seit Anfang 2021 die Geschäftsleitung von «energietal toggenburg» innehat, stellte sich und die Arbeit des 2009 gegründeten Vereins vor. Die Vision des Fördervereins, innert 25 Jahren rechnerisch energieautark zu werden, wird von allen 12 Toggenburger Gemeinden unterstützt. Der Referent veranschaulichte die Entwicklung der Energieproduktion während der letzten 10 Jahre, bei welcher das Wasser, aber auch die Sonnenenergie eine immer tragendere Rolle spielen. Als Beispiel präsentierte Christoph Kauz das Wasserkraftwerk Trempel in Krummenau, das aktuell den Jahresstrom für 2000 Haushalte produziert.

Die beiden Vormittags-Referate wurden umrahmt von den beiden Schwyzerörgelern Simon Lüthi aus Ebnat Kappel und Marcel Oetiker aus der March. Sie unterhielten das Publikum bestens mit traditionellen, virtuosen Stücken. Mit einem Solo überraschte und zeigte Marcel Oetiker auf, dass auf dem Schwyzerörgeli weit mehr möglich ist als die bekannte Örgelimusig. Zudem wurde das Publikum am Vormittag vom Sprecher Bertolt Specker aus Rorschach in die mystische Sagenwelt rund um den Säntis entführt. «Die Weisse Gestalt im Wassertobel» und «Der Schatz der Auen» sind zwei der Sagen, die dem gebannten Publikum mit hoher Sprechkunst vorgetragen wurden.

Am Nachmittag waren dann sämtliche Kulturfensterteilnehmer:innen aufgefordert, aktiv mitzumachen. Unter der Leitung des Jodelduetts aus dem Toggenburg, mit Katja Bürgler und Katrin Abderhalden, stand das gemeinsame Singen von Toggenburger Liedern auf dem Programm. Es wurden Lieder wie «Det obe-n-of em Bergli» oder «Min Schatz ist kei Zocker» aus dem Liederbuch «Toggenburger Lieder – gesammelt von Albert Edelmann» gemeinsam gesungen. Auch gaben die beiden Jodlerinnen im Laufe des Nachmittags noch gepflegten Jodelgesang im Duett zum Besten.

Als erstes Referat des Nachmittags stellte Jeannot Müller, Berufsschullehrer aus Bühler, seine Flusskrebsstation vor. Dass es seit jeher Flusskrebse in der Schweiz gibt, war von den Anwesenden kaum jemandem bekannt. Der Referent erklärte, dass es noch einige wenige Bestände des einheimischen Steinkrebses im Appenzellerland gebe, dieser aber stark bedroht sei. Zur Rettung dieser faszinierenden Tierart hat Jeannot Müller die letzten Jahre die Flusskrebsstation im Bühler aufgebaut, mit dem Ziel, dort Steinkrebse in naturnaher Umgebung zu züchten und diese anschliessend in ausgewählten Gewässern im Appenzellerland wieder auszusetzen.

Den gelungenen Schlusspunkt bildete ein durch Hans Höhener geführtes Interview mit Gabriela Manser, CEO der GOBA AG, in dem es um den Naturschatz Mineralwasser ging. Die Vorzeigeunternehmerin aus Gonten gab vertiefte Einblicke in ihre persönliche Erfolgsgeschichte, basierend auf einer Mischung aus Tradition und Innovation. Sie verdeutlichte nochmals, dass (Mineral)-wasser ein sehr wertvolles Kulturgut ist, dem Sorge getragen werden muss.

Vorinformation:

Die nächste Hauptversammlung des Vereins «Kultur am Säntis» findet am 5. März 2022 turnusgemäss in Appenzell Innerrhoden, in der Ziegelhütte in Appenzell statt. Neumitglieder sind herzlich willkommen.

Weiter Informationen und Bilder zum Kulturfenster sind unter www.kulturamsaentis.ch zu finden.

Daniel Bösch

Präsident «Kultur am Säntis»

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