Die Strom-Zukunft ist «smart»

Ein Mitarbeiter der StWZ Energie AG klingelt an der Haustüre, um den Strom-, Gas-, Fernwärme- und Wasserverbrauch an analogen Zählern abzulesen – das wird schon bald Geschichte sein. Die «Uhren» weichen intelligenten Zählern, sogenannten Smart Metern. Innerhalb der nächsten acht Jahre müssen mindestens 80 Prozent der herkömmlichen Stromzähler durch Smart Meter ersetzt werden. So will es die vom Schweizer Volk im Jahr 2017 gutgeheissene Energiestrategie 2050. Die neuen Geräte messen den Verbrauch im Strombereich jede Viertelstunde. Die erhobenen Daten (auch jene der heutigen Wasseruhr) werden direkt an den zuständigen Versorger – in diesem Fall die StWZ Energie AG – übermittelt.

Optimierung des Verbrauchs

Was bringt Smart Metering? Dazu Paul Marbach, Geschäftsführer der StWZ Energie AG: «Wir können uns so die aktuellen Tagesdaten, Lastverläufe oder Vergleichswerte von Kundengruppen anschauen. Das erlaubt uns eine bessere Netzsteuerung und -optimierung.» Werden wir so nicht zu «gläsernen» Stromkonsumentinnen und -konsumenten? Nein, sagt Marbach: «Wir müssen vom Bund zertifizierte Smart Meter einsetzen und Regeln einhalten, welche den Datenschutz garantieren.» Was nur der Kunde erhalte, sei ein persönliches Verbrauchsprofil, das ihm ermöglicht, seine Strombezüge zu optimieren.

Wann die neuen Zähler kommen, ist noch offen, sagt Marbach – versichert aber, dass man sich im Rahmen der Montage Zeit nehmen wird, die Kundinnen und Kunden umfassend zu informieren. Offen ist der Zeitpunkt, weil es sich um ein teures und komplexes Projekt handelt und noch keine zertifiziertes System auf dem Markt sind. Die StWZ Energie AG und (vorerst) 14 weitere Aargauer Energieversorger – unter ihnen das EW Rothrist AG – haben sich entschlossen, die neue Herausforderung gemeinsam anzugehen. E-sy heisst ein neues IT-Dienstleistungsunternehmen, an dem sie sich beteiligt haben. «In der neuen AG werden aktuell 150 000 Zähler gebündelt, was den Zusammenschluss bei den Lieferanten zu einem grösseren Kunden macht», sagt Marbach.

Die Struktur der Organisation sei so gewählt worden, dass sie sowohl für kleinere als auch grössere Werke attraktiv ist. Roberto Romano, Geschäftsführer EW Rothrist AG, ergänzt: «Neben einer hohen Standardisierung und Qualität steht der Datenschutz im Zentrum der Partnerschaft.» Apropos Qualität und Know-how: Verwaltungsratspräsident von E-sy ist Frank Boller, CEO des Internetproviders Green.ch. Geschäftsführer ist der frühere Chef der Encontol AG, Alois Huser.

Sind die Smart Meter einmal in Betrieb, können den Kunden neue Dienstleistungen angeboten werden. In Verbindung mit einem «Smart-Home» lassen sich bei Abwesenheit per Smartphone Geräte aus- oder auf der Fahrt von den Ferien nach Hause wieder einschalten. Stellt man seine Messwerte dem Versorgungsunternehmen für detaillierte Auswertungen zur Verfügung, kann einem dieses zur Optimierung des Verbrauchs Benchmark-Vergleiche mit ähnlichen Kunden anbieten.

Ingo Siefermann wird neuer Leiter Netze und Anlagen

Der Verwaltungsrat der StWZ Energie AG hat Ingo Siefermann (52) als neuen Leiter Netze und Anlagen sowie als Mitglied der Geschäftsleitung gewählt. Er übernimmt seine neue Aufgabe am 1. September von Gustav Meier, der per 31. Oktober in die frühzeitige Pension geht. Siefermann ist Eidg.-Dipl. Wirtschafstechniker und Executive Master of Business Administration und bringt grosse Führungs- und Branchenerfahrung mit. Basierend auf einer technischen Berufsausbildung hat er sich stetig weitergebildet. Dabei hat der in Koblenz wohnhafte zweifache Familienvater viel praktische Erfahrungen in der Energie-, Bau- und Umweltbranche sowie in diversen Führungspositionen gesammelt. Er arbeitete unter anderem während zehn Jahren bei Energie360˚ in Zürich, wo er auch in der Geschäftsleitung war. Er baute in dieser Zeit den Bereich Energiedienstleistungen auf und führte den Bereich Beteiligungen Energielösungen. Zuvor war er 10 Jahre bei der Fernwärme Siggenthal AG. (ylz)