
Guido Graf schafft Wiederwahl in den Regierungsrat mit bestem Resultat

Im ersten Wahlgang der Luzerner Regierungsratswahlen sind am Sonntag zwei Bisherige und ein Neuer gewählt worden. Erneut das beste Resultat erzielte Guido Graf, gefolgt von CVP-Parteikollege Reto Wyss. Die Hürde des absoluten Mehrs überwunden hat auch Neo-Regierungsrat Fabian Peter (FDP).
Die Luzerner Regierung zählt fünf Sitze, drei wurden am Sonntag im ersten Wahlgang besetzt. Die beiden bisherigen CVP-Regierungsräte Guido Graf und Reto Wyss erzielten mit 59 291 und 58 088 Stimmen das beste Resultat. «Es ist ein toller Sonntag. Doch das Resultat ist nicht überzubewerten», so der Pfaffnauer Guido Graf gegenüber dieser Zeitung. Er wolle weiterhin authentisch und nahe bei den Leuten bleiben, die ihn schliesslich auch in die Regierung gewählt haben, und das bereits zum wiederholten Mal. Seine politische Karriere startete Graf 1991 im Gemeinderat von Pfaffnau. 1995 wurde er Kantonsrat, in dem er zeitweise auch die CVP-Fraktion präsidierte. Graf versteht es, sich national in Szene zu setzen, so 2015 mit einem öffentlich gemachten Brief an den Bundesrat, Asylsuchende aus Eritrea nicht mehr als Flüchtlinge anzuerkennen, oder 2018 mit der Forderung nach einer Swiss Green Card.
Der neu kandidierende Fabian Peter (FDP) konnte auf Anhieb den frei werdenden Sitz der FDP verteidigen. Er erzielte 56 410 Stimmen. Von einer «kleinen Sensation» spricht der neu gewählte Fabian Peter. «Im Kanton Luzern ist diese Hürde im ersten Wahlgang wirklich hoch», so der in Inwil wohnhafte Peter. Er löst seinen Parteikollegen Robert Küng ab, der auf Ende Legislatur seinen Rücktritt gab. Peter gilt als Freisinniger, der offen für ökologische Themen ist. Als Unternehmer wisse er, dass Bemühungen zum Schutz der Umwelt auch wirtschaftliche Chancen bieten würden, sagte er etwa. Beim Klimaschutz sei es richtig, dass die Schweiz und Luzern eine führende Rolle spielten.
Winiker muss weiter zittern
Unter dem absoluten Mehr von 54 369 Stimmen blieb Regierungsrat Paul Winiker von der SVP mit 53 675 Stimmen. Trotzdem sei er zufrieden mit seinem Abschneiden. Aber es fuchse ihn, dass er wegen einigen hundert Stimmen das absolute Mehr verpasst habe.
Der bürgerliche parteilose Regierungsrat Marcel Schwerzmann landete mit 39 500 Stimmen nur auf dem siebten Platz und wurde damit von den Kandidaten der Grünen und der SP geschlagen. Regierungskollege Winiker glaubt nicht, dass Schwerzmann für die Finanzpolitik des Kantons bestraft worden sei. Als Parteiloser habe Schwerzmann im ersten Wahlgang immer einen schweren Stand.
Auf dem fünften Platz klassierte sich Korintha Bärtsch von den Grünen. Sie erhielt 42 946 Stimmen. Sie dürfte nicht nur von der «grünen Welle», von der die Schweizer Politik seit den Klimakundgebungen erfasst worden ist, profitiert haben, sondern auch von der Tatsache, dass sie die einzige Frau war, die für ein Regierungsamt kandidierte. Mit grossem Applaus wurde sie im Wahlzentrum im Regierungsgebäude begrüsst. Das Wahlergebnis sei «genial» und sie verspüre «nur Freude», sagte sie in die Mikrofone der Medienschaffenden.
Genau 400 Stimmen weniger als Bärtsch machte Jörg Meyer. Er sollte für die SP den vor vier Jahren verlorenen Regierungssitz zurückholen. Meyer ist sehr zufrieden mit seinem Wahlresultat. Er habe Marcel Schwerzmann, einen amtierenden Regierungsrat, deutlich hinter sich lassen können. Dass sich auch die Kandidatin der Grünen vor Schwerzmann habe klassieren können, spreche eine deutliche Sprache, nämlich dass sich etwas ändern müsse, sagte Meyer. Auf die Regierung der letzten vier Jahre könne man nicht stolz sein. Meyer nannte die Abbaupakete, aber auch die Wirren um die Prämienverbilligungen, und den Frauenaspekt. Die Kantonsregierung der letzten vier Jahre war nicht nur rein bürgerlich gewesen, sondern hatte auch ausschliesslich nur aus Männern bestanden.
Meyer sowie Bärtsch äussern sich zu möglichen Wahltaktiken für den zweiten Wahlgang vom 19. Mai nicht. Dies müssen die beiden Parteien untereinander klären. Alt Nationalrat Roland Fischer (GLP) kam auf 35 365 Stimmen.